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 Betreff des Beitrags: Rottenburg:Jürgen Hahnel im Hungerstreik
BeitragVerfasst: 23 Jul 2009, 01:50 
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HUNGERSTREIKERKLÄRUNG
Schluss mit dem “Krieg gegen Drogen”(-KonsumentInnen)

Ich hätte eigentlich bis spätestens 16. Juni´09 meine Haft (Grüne Hilfe berichtete) in der JVA-Rottenburg antreten sollen, aber nachdem der Aufschubantrag, trotz meines ärztlichem Attests, abgelehnt wurde, blieb mir nichts anderes übrig, als bis spätestens 7. Juli “abzutauchen”, da ich noch nicht Alles in Freiheit erledigen konnte.
[ Vielleicht wurde ich vor dem 7. Juli verhaftet und der JVA zugeführt – dies ist beim Erstellen dieses Textes am 15.6. unklar ] Mittlerweile bin ich inhaftiert und mein anfangs “stiller” Hungerstreik (seit dem 1. Hafttag) wird hiermit öffentlich ! [ Es ist damit zu rechnen, dass ich bald ins JVA-Krankenhaus "Hohenasperg" bei Stuttgart verlegt und zwangsernährt werde ]


Dies ist vor allem ein drogenpolitischer Hungerstreik gegen die Menschenverachtenden, von PolitikerInnen zu verantwortenden “Betäubungsmittelgesetze” und alle ProhibitionsbefürworterInnen in Gesellschaft und Medien im Allgemeinen ! [ Das wäre auch ein Thema für den Bundestagswahlkampf – oder ? ]

Und gegen (meine) DenunziantInnen, Staatsanwalt Rössner, AG-Richter Hirn, LG-Richterin Schmid, viele Medien(schaffende), einseitige + ausgrenzende (lokale) Sozial- , Friedens- und sonstigen politischen Gruppen / Organisationen / Bündnisse, lokale Bundestags- / EU-Parlamentsabgeordnete, usw. im Besonderen !

Ich werde solange keine Nahrung zu mir nehmen bis ich entweder aus Haftunfähigkeitsgründen oder durch ein sogenannten “Gnadengesuch” an Justizminister Goll (Ba.-Wü.) und dessen Order entlassen werde ! Dies werde ich aber nicht formulieren, da ich mich dann ja strafrechtlich schuldig fühlen müsste, was ich definitiv ablehne, da ich niemandem geschadet habe und deshalb kein Verbrecher bin, wie auch die überwiegende Mehrheit der Millionen CannabiskonsumentInnen + ihrer “Dealer-Innen”, die besonders verfolgt werden, aber - nüchtern betrachtet - mit harmloseren Substanzen handeln als die Alkohol-, Tabak- und Pharmabranche !

Wer für meine Freilassung (z.B. durch ein Gnadengesuch) und gegen diese menschenverachtende Drogenpolitik im Allgemeinen ist, kann dies in der Unterschriftenliste dokumentieren und unterstützen :
Name, Vorname + Straße + Hausnr., Plz + Ort und Unterschrift

Es gibt eine Unterschriftenliste, die man zusammen mit folgenderHungerstreikerklärung hier herunterladen und Jürgens Freilassung fordern kann. Wer weiß, vielleicht bringt es ja was…
Haftantrittserklärung
HAFTANTRITTSERKLÄRUNG – Schluß mit dem „War on Drugs“

Nachdem zuletzt mein Aufschubantrag - trotz ärztlichem Attest für 1 Monat Aufschub, da-mit ich alles erledigen kann - abgelehnt wurde, soll ich jetzt 15 Monate in Haft.

Damit bin ich einer von jährlich ca. 150 000 Cannabis/Hanf/Haschisch-KonsumentInnen, die wg. Besitz, etc. strafrechtlich verfolgt und verurteilt werden (siehe DHV) !

Und dies dank der von PolitikerInnen ideologisch + moralisch gewollten „Betäubungs-mittelgesetze“ im internat. „War on Drugs / Krieg gegen Drogen“ ( und Menschen ) !

Ohne diese Gesetze könnte nicht damit denunziert werden; die Polizei müßte nicht ver-folgen und könnte kein Durchsuchungschaos anrichten; Staatsanwaltschaften könnten nicht völlig fragwürdige Anklageschriften verfassen; Gerichte dürften keine z.T. hanebü-chene Strafverfahren gegen Menschen „durchziehen“, die niemandem geschadet haben und nicht zuletzt würde der gesellschaftlichen und medialen Ausgrenzung und Stigmati-sierung ihren Nährboden verlieren, usw. … !

Für die grundsätzlichen drogenpolitischen und medizinischen Forderungen - auf denen letztlich mein „ziviler Ungehorsam“ beruht - verweise ich auf nachfolgende Initiativen :

- Internat. Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin ( http://www.cannabis-med.org )
- DEUTSCHER HANF VERBAND ( DHV; http://www.hanfverband.de )
- „FREIHEIT ALLEN HANFGEFANGENEN“ – KAMPAGNE
( http://www.gruene-hilfe.de/freiheit-all ... efangenen/ )
- „EVE+RAVE“-Analyse „UN-Suchtstoffkommision ruft Periode der globalen Besinnung
aus“ bei http://www.eve-rave.net/abfahrer/presse ... -05-22.pdf und zur „Situation und
Menschenrechtslage im internationalen „War on Drugs / Krieg gegen Drogen“ Seite
1+4-7 bei http://www.eve-rave.net/abfahrer/presse ... -04-08.pdf
- „Schildower Kreis“ ( http://www.schildower-kreis.de ):
Zitat: „Die seit 2008 zusammengeschlossenen, z.T. renommierten BRD-WissenschaftlerInnen
und PraktikerInnen fordern in einem Manifest - das mit unterschrieben werden kann - die Dro-
genpolitik aus dem Strafrecht herauszunehmen, die Drogenprohibition aufzuheben und end-
lich legale Bezugswege zu schaffen !“
- Der Kongreß von „Caritas International“ im Jan.´09 mit dem Thema „Drogenkonsum:
Neue Antworten, Neue Politik“. Die Ergebnisse + Forderungen finden sich bei http://www.caritas-international.de/kam ... 55443.html

[Wann sieht die Friedensbewegung+Menschenrechtsorganisationen Handlungsbedarf ?]

Diese Infos ( aus dem Zentralen Infoblatt „Armut + Ausgrenzung durch Drogenpolitik“ ), aktuelles zu meinem weiteren „Zivilen Ungehorsam“, Aktionen in Tübingen und mehr fin-den sich auch auf der Internetseite http://www.sichtbarewelt.de zu „meinem Fall“. Sie wurde im März´09 begonnen mit der rechtspolitischen „Petition an den Bundestag“ aufgrund der Prozesserfahrungen von Anne Fröhlich und weiteren ErstunterzeichnerInnen.

Während der Inhaftierung ist meine Email-Adresse + Telefon inaktiv - Briefe bitte an Jürgen Hahnel, Schloß 1, 72108 Rottenburg ( siehe dazu http://www.jva-rottenburg.de ) !

Für juristische Fragen, z.B. im Zusammenhang mit den AG-, LG- und OLG-Verfahren, wenden Sie sich bitte an den RA Herr Obermüller kanzlei@rechtsanwalt-obermueller.de !

Für die Planung von (drogenpolitischen) Unterstützungsaktionen während der Inhaft-ierung und bzgl. der Petition(en) ist Anne Fröhlich ( Gerstenmühlstr. 7, 72070 Tübing-en, Tel.nr. 07071 – 410 968 ) erreichbar !

Ab und zu gibt es in der Sendung „Jan“ ( live - mit neuer Sendezeit ! - jeden Montag, 16 Uhr; Wiederholung donnerstags 7 Uhr ) beim Freien Radio RT/TÜ „Wüste Welle“ Infos dazu ( lokal terrestrisch hörbar bei UKW 96,6 Mhz, im Kabel bei 97,45 / 101,15 für Rottenburg und im Internet per Livestream bei http://www.wueste-welle.de ) !

Ich werde die Bücher, die im „Zentralen Infoblatt“ genannt sind, zur weiteren Analyse mitnehmen und denke, daß besonders die Dissertation von Dr. Tilmann Holzer „Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygene – Deutsche Drogenpolitik von 1933 bis 1972“ weitere Bedeutung erlangt, da auch die Psychiatrie als Herrschaftsinstrument und Psychopharmaka als Zwangsmittel ihre Wurzeln in dieser Zeit haben … !

V.i.S.d.P.: Jürgen Hahnel, Juli´09



Presse & Kontakt:
Für Fragen und Interviews:
Jo Biermanski
Adresse: Untere Fuldergasse 12, 36304 Alsfeld
Fon: 06631 - 708 224
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eMail: hessen@gruene-hilfe.de

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 Betreff des Beitrags: Jürgen Hahnel: Briefe aus dem Knast (an mich)
BeitragVerfasst: 21 Sep 2009, 19:49 
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Beiträge: 56
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Jürgen Hahnel: Briefe aus dem Knast (an mich)

Brief von Jürgen Hahnel, 15./16. September 2009

Hallo Martin,
vielen Dank für die 8 Seiten Hanfparade-Pressetexte + 2 Seiten Spiegel-Artikel + 2 Flyer (Briefmarken lagen wohl nicht bei?) (Tatsächlich nicht, kleine Verpeilung meinerseits, Anmerkung)!

Das hat mich sehr gefreut - sind quasi die ersten Infos, die ich erhielt (außer ein wenig Presseinfos von der Grünen Hilfe). Alles kam prompt am Mo 7.9. an - und es wurde nichts entnommen, wie es scheint. Das ist hier nicht selbstverständlich.
Siehe dazu die HP http://www.sichtbarewelt.de der “1. Bericht” … und der 2. Bericht kommt jetzt auch rein + der 3. folgt, bzw. vorher mein Schreiben an das Justizministerium. Dann an die Strafvollzugsbeauftragten der Parteien im Baden-Würtembergischen Landtag, den “Anstaltsbeirat” der JVA und an die (Medien-) Öffentlichkeit einen “Offenen Brief”.

(Teilweise wird’s vielleicht auch zusätzlich per eMail weiterverbreitet von jemand der meine Mailbox bedient - das ist aber nicht ganz sicher!)

Mal schaun ob ich im August 2010 frei bin, dann sehen wir uns in Berlin. Dir/Euch alles Gute und toi,toi,toi

Liebe Grüße von Jürgen
PS: Mich wundert, daß 5 Blatt + 2 Flyer mit 55ct Porto ankamen, da mehr als 25gr! Bei Nachporto gäbe es Probleme.

Jürgen Hahnel sitzt wegen der Nicht-Anerkennung einer gerichtlichen Verurteilung wegen Cannabisbesitzes.
Er freut sich über Post von dir, an: Jürgen Hahnel, z.Zt. Schloss 1, 72108 Rottenburg/Neckar

Das Urteil war auf zwei Jahre Bewährung, plus 120 Arbeitsstunden „Bewährungsauflage”, die er aus Überzeugung verweigerte - deshalb gab es die Inhaftierung! Es waren fragwürdige Prozesse, er habe niemandem geschadet und lehne - nicht nur er - diese Drogenpolitik/-Gesetzgebung prinzipiell ab. Ginge es nur um seine Freiheit, so Jürgen, hätte er die 120 Stunden brav gemacht und könnte weiter konsumieren.

“Bezüglich des von fünf Mitbewohner/innen übergebenen! Marihuanas muss ich betonen, dass es Hanfabfallblätter waren, die kein Mensch konsumiert da viel zu geringer THC-Gehalt pro Konsumeinheit - trotzdem wurden mir diese insgesamt 3,79 Gramm berechnet. Damit wurde - mit weiteren im Wagen gefundenen Cannabis- / Haschisch-Vorräten (6,01 g THC)- aus einem „Vergehen” (unter 7,5 Gramm THC) ein „Verbrechen” und diese hohe Strafe durch den verärgerten Amtsgerichts-Richter und die Landgericht-Richterin erst möglich.”
(Leserbrief 23.07.2009 an das Schwäbisches Tagblatt, http://www.sichtbarewelt.de)


Mein Blog: http://www.hanfplantage.de/juergen-hahn ... 18-09-2009

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